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29.12.25
Zuletzt upgedagtet:
30.12.2025

Lohnunterschiede nach Region und Arbeitgeber in der Pflege

Pflegefachpersonen werden in der Deutschschweiz dringend gesucht. Trotzdem erleben viele im Berufsalltag grosse Unterschiede beim Lohn, bei Zulagen und bei den finanziellen Rahmenbedingungen, je nach Region, Kanton und Arbeitgebertyp.

Entsprechend tauchen immer wieder Fragen auf wie:

  • Warum verdient man im einen Kanton spürbar mehr als im anderen?
  • Wie stark beeinflusst die Region den Lohn wirklich?
  • Und lohnt sich ein Wechsel von Spital, Spitex oder Langzeitpflege auch finanziell?

Gerade bei einem Stellenwechsel, einem Umzug oder einer neuen Lebensphase rückt das Thema Lohn stärker in den Fokus. Dieser Artikel hilft dir, Lohnunterschiede in der Pflege einzuordnen und zeigt, wie Region, Arbeitgeber und Rahmenbedingungen zusammenspielen, damit du deinen Lohn bewusst und realistisch vergleichen kannst.

Warum sich die Löhne in der Pflege je nach Region unterscheiden

Pflegelöhne sind in der Schweiz nicht national einheitlich geregelt. Kantone, Trägerschaften und Institutionen haben grossen Spielraum bei der Ausgestaltung ihrer Lohnmodelle. Entsprechend unterscheiden sich die Löhne je nach Region teils deutlich.

In städtischen Kantonen wie Zürich oder Basel-Stadt sind die Löhne oft höher. Gleichzeitig fallen dort Mieten, Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten ebenfalls höher aus. In ländlicheren oder steuergünstigeren Regionen sind die Löhne meist tiefer, dafür bleibt netto am Ende des Monats nicht selten ähnlich viel oder sogar mehr übrig.

Der Bruttolohn allein sagt deshalb wenig aus. Erst der Blick auf Steuern und persönliche Lebenssituation zeigt, wie attraktiv eine Stelle tatsächlich ist und wie gut du effektiv von deinem Einkommen leben kannst.

Auch Faktoren wie Pendelzeit, Arbeitszeiten und persönliche Lebensqualität spielen dabei eine zentrale Rolle. Warum diese Aspekte bei beruflichen Entscheidungen immer wichtiger werden, zeigt der Artikel Work-Life-Balance in der Pflege: Warum sie wichtiger ist denn je“.

Lohnunterschiede zwischen Arbeitgebertypen

Neben regionalen Unterschieden spielt auch eine Rolle, bei welchem Arbeitgebertyp du arbeitest. Denn selbst innerhalb derselben Region können sich Löhne je nach Trägerschaft deutlich unterscheiden.

Öffentliche Arbeitgeber (z. B. Kantonsspitäler, öffentliche Pflegeheime)

Öffentliche Institutionen arbeiten meist mit klaren, kantonal geprägten Lohnstufenmodellen. Die Einstufung erfolgt anhand von Ausbildung, anerkannten Berufsjahren und Zusatzfunktionen. Diese Modelle sind transparent und planbar, bieten jedoch wenig Spielraum für individuelle Verhandlungen. Der Lohn steigt dafür oft kontinuierlich mit der Erfahrung.

Private Arbeitgeber

Private Kliniken oder Pflegeinstitutionen sind häufig flexibler. Teilweise sind höhere Einstiegsgehälter möglich, dafür sind Lohnentwicklungen weniger standardisiert. Zusatzleistungen, Boni oder individuellere Arbeitszeitmodelle können eine grössere Rolle spielen.

Gemeinnützige Organisationen

Gemeinnützige Trägerschaften liegen lohntechnisch oft zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern. Der Fokus liegt häufig stärker auf Stabilität, Teamkultur und Kontinuität als auf maximaler Lohnoptimierung.

Unabhängig vom Arbeitgeber gilt: Der Lohn ist nur ein Teil des Gesamtpakets. Worauf du bei der Wahl eines Arbeitgebers zusätzlich achten solltest, liest du im Artikel Pflegefachpersonen gesucht: So findest du den passenden Arbeitgeber.

Gesamtarbeitsverträge und Lohnmodelle: warum vergleichbare Stellen unterschiedlich bezahlt sind

Selbst innerhalb derselben Region und beim gleichen Arbeitgebertyp können sich Löhne deutlich unterscheiden. Ein zentraler Grund dafür sind unterschiedliche Gesamtarbeitsverträge (GAV) und interne Lohnmodelle.

Diese legen Lohnbänder, Arbeitszeiten und Ferienregelungen fest, lassen jedoch Spielraum bei der individuellen Einstufung. Wie Berufsjahre, Zusatzfunktionen oder Verantwortung angerechnet werden, kann sich von Institution zu Institution unterscheiden.

Deshalb sind selbst scheinbar vergleichbare Stellen nicht automatisch gleich bezahlt. Erst der Blick auf GAV, Einstufung und Vertragsdetails erklärt viele Lohnunterschiede. Wie gross dieser Spielraum tatsächlich ist, zeigt sich besonders bei der individuellen Einstufung innerhalb einer Institution.

Ausbildung, Erfahrung und Einstufung

Neben Region und Arbeitgeber ist die Einstufung innerhalb der Institution ein zentraler Hebel für Lohnunterschiede, gerade bei einem Stellenwechsel über Kantons- oder Regionsgrenzen hinweg.

Anerkannte Berufsjahre, Weiterbildungen, Zusatzfunktionen oder Erfahrung in bestimmten Fachbereichen werden nicht überall gleich bewertet. Was in einem Kanton voll angerechnet wird, kann in einem anderen nur teilweise berücksichtigt werden.

Das bedeutet: Zwei Pflegefachpersonen mit identischer Ausbildung und Erfahrung können, je nach Region, deutlich unterschiedlich eingestuft und bezahlt werden. Genau deshalb lohnt es sich, bei einem Wechsel nicht nur den nominalen Lohn zu vergleichen, sondern zu verstehen, wie die Einstufung zustande kommt

Wo du verlässliche Lohninformationen findest

Um diese Unterschiede realistisch einordnen zu können, braucht es verlässliche Vergleichswerte. Der Lohnrechner auf lohnrechner.ch basiert auf Daten des Bundesamts für Statistik und ermöglicht eine realistische Einordnung nach Region, Ausbildung, Berufserfahrung und Pensum.

Warum das wichtig ist: Einzelne Lohnangaben spiegeln oft nur eine sehr spezifische Situation wider, einen bestimmten Arbeitgeber oder eine individuelle Einstufung. Ohne diesen Kontext führen solche Zahlen schnell zu falschen Erwartungen oder unnötiger Unzufriedenheit.

Lohnspannen zeigen dagegen, was für vergleichbare Profile üblich ist und schaffen damit eine sachliche Grundlage für Orientierung. So vergleichst du nicht isolierte Zahlen, sondern triffst Entscheidungen auf einer fundierten Grundlage.

Bewusst Lohn vergleichen

Auch wenn der Lohnrechner bereits viele persönliche Faktoren einbezieht, braucht es für einen bewussten Vergleich noch einen weiteren Schritt: die Einordnung deiner konkreten Arbeitssituation.

Lohnspannen zeigen sehr gut, was für vergleichbare Profile üblich ist. Sie können jedoch nicht alle Besonderheiten deines konkreten Arbeitsalltags abbilden.

Ein bewusster Lohnvergleich verbindet deshalb die datenbasierte Einordnung mit Fragen wie:

  • Welche Funktion und Verantwortung trägst du tatsächlich?
  • Welche Zusatzaufgaben prägen deinen Arbeitsalltag?
  • Wie wichtig sind dir Entwicklungsmöglichkeiten, Stabilität oder Planbarkeit?

So wird der Lohnvergleich zu einer echten Entscheidungshilfe und nicht zu einem reinen Zahlenvergleich.

Wenn du dich auf eine Lohnverhandlung vorbereiten möchtest, empfehlen wir dir auch unseren Artikel:
👉 Pflege und faire Bezahlung: Dein Leitfaden für die gelungene Lohnverhandlung

Spital, Spitex oder Langzeitpflege: Wie unterscheiden sich die Löhne wirklich?

Oft wird angenommen, dass die Langzeitpflege grundsätzlich besser bezahlt ist als das Akutspital. Diese Annahme stimmt jedoch nur teilweise und ist stark regionsabhängig.

  • Akutspitäler: Grundlöhne teilweise tiefer, dafür teils höhere Zulagen durch Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit
  • Langzeitpflege: stabilere Grundlöhne, dafür oft weniger Zulagen
  • Spitex: stark regionale Modelle, abhängig von Einsatzzeiten, Wegpauschalen und Trägerschaft

Welche Option finanziell attraktiver ist, hängt stark von Region, Pensum, Dienstmodell und persönlicher Situation ab. Einen vertieften Vergleich welcher Bereich zu dir passt, findest du im Artikel Wechsel des Pflegebereichs: Spital, Spitex oder Pflegeheim?.

Fazit: Lohnunterschiede verstehen statt vergleichen um jeden Preis

Lohnunterschiede sind real und sie sind oft ein Auslöser für berufliche Veränderung. Gleichzeitig zeigt sich immer wieder: Der Lohn allein entscheidet selten darüber, ob eine Stelle langfristig passt.

Viele Pflegefachpersonen verlassen ihren Beruf nicht, weil sie ihn nicht mehr mögen, sondern weil die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen und ihnen die Energie fehlt, etwas Neues zu suchen.

Genau hier unterstützt wir dich, melde dich jetzt bei Nurse an: Wir helfen dir, eine Stelle zu finden, die fachlich und menschlich zu dir passt, damit du in der Pflege bleiben kannst, ohne dich dauerhaft zu überlasten.

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